Wie aus Fähigkeiten neue Perspektiven werden – und warum Wirtschaftsförderung heute mehr bedeutet als Gewerbeflächen, Förderprogramme und Standortmarketing. Ein Besuch bei KAIAKOO® in Speyer zeigt, wie individuelle Karriereentwicklung, Existenzgründung und regionale Vernetzung ineinandergreifen können.
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Manchmal beginnt eine berufliche Veränderung nicht mit einem Businessplan. Nicht mit einer Kündigung. Nicht mit einem Förderantrag. Sondern mit einer wesentlich schwierigeren Frage: Was kann ich eigentlich – und was möchte ich daraus machen?
Diese Frage beschäftigt Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Angestellte, die nach vielen Jahren im Beruf feststellen, dass ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr zu ihren Vorstellungen passt. Führungskräfte, die ihre Rolle neu definieren möchten. Menschen nach einer beruflichen Unterbrechung. Gründerinnen und Gründer, die aus einer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln wollen. Und jene, die noch gar nicht wissen, ob der nächste Schritt eine neue Stelle, eine Selbstständigkeit oder etwas vollkommen anderes sein soll.
Dass solche individuellen Entscheidungen zugleich für die Entwicklung einer Stadt und ihrer Wirtschaft relevant sind, wurde bei einem Besuch der Wirtschaftsförderung Speyer gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler bei KAIAKOO® in der Bahnhofstraße deutlich.
Im Austausch mit Michael H. Böhm und Sabina Canali ging es um berufliche Neuorientierung, Karriereentwicklung und Gründung. Vor allem aber ging es um eine Frage, die weit über einzelne Lebensläufe hinausreicht: Was braucht eine Region, damit Menschen ihre Fähigkeiten entfalten, neue Unternehmen entstehen und gute Ideen nicht irgendwo zwischen Unsicherheit, Bürokratie und fehlender Orientierung verloren gehen?
Wirtschaft beginnt nicht erst mit der Unternehmensgründung
Wenn über Wirtschaftsförderung gesprochen wird, entstehen häufig vertraute Bilder. Gewerbegebiete. Unternehmensansiedlungen. Fördermittel. Standortmarketing. Infrastruktur. All das bleibt wichtig.
Doch die Wirtschaft eines Standorts entsteht lange bevor ein Unternehmen eine Gewerbeanmeldung einreicht oder die erste Rechnung schreibt. Sie entsteht dort, wo Menschen Entscheidungen treffen.
Soll ich mich selbstständig machen?
Ist meine Geschäftsidee tragfähig?
Welche Fähigkeiten bringe ich mit?
Welche Kompetenzen fehlen mir noch?
Passt mein bisheriger Beruf überhaupt noch zu meinem Leben?
Welche Form der Arbeit möchte ich in Zukunft?
Und vielleicht die schwierigste Frage von allen: Traue ich mir diese Veränderung tatsächlich zu?
Genau an dieser Schwelle beginnt ein Bereich, der in wirtschaftspolitischen Diskussionen gelegentlich unterschätzt wird: die individuelle berufliche Orientierung.
Denn hinter jedem Unternehmen steht zunächst ein Mensch. Hinter jeder Gründung eine Entscheidung. Hinter jeder beruflichen Veränderung eine Kombination aus Fähigkeiten, Erfahrungen, Interessen, Risiken und persönlichen Vorstellungen. Deshalb lässt sich Gründungsförderung nicht ausschließlich auf Finanzierung, Rechtsformen oder Businesspläne reduzieren. Wer Unternehmertum fördern möchte, muss auch Menschen dabei unterstützen, herauszufinden, welche Form von beruflicher Zukunft überhaupt zu ihnen passt.
Der Besuch der Wirtschaftsförderung Speyer bei KAIAKOO®
Genau darüber wurde beim Besuch der Wirtschaftsförderung Speyer bei KAIAKOO® gesprochen. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler informierte sich die Wirtschaftsförderung über die Arbeit von KAIAKOO® und den Ansatz, Menschen bei beruflicher Neuorientierung, Karrierefragen und Gründung individuell zu begleiten.
Empfangen wurden die Gäste von Michael H. Böhm und Sabina Canali. Im Mittelpunkt des Austauschs stand dabei ein Beratungsverständnis, das nicht bei standardisierten Karrierewegen beginnt, sondern beim einzelnen Menschen.
Welche Fähigkeiten sind vorhanden?
Welche Talente werden möglicherweise bisher kaum genutzt?
Welche Ziele sind tatsächlich die eigenen?
Welche beruflichen Möglichkeiten ergeben sich daraus?
Und wie lässt sich aus einer zunächst abstrakten Vorstellung ein realistischer nächster Schritt entwickeln?
KAIAKOO® arbeitet hierbei insbesondere mit individuellen Einzelcoachings. Persönliche Fähigkeiten, Talente, Erfahrungen und Zielvorstellungen werden betrachtet, strukturiert und weiterentwickelt. Das klingt zunächst selbstverständlich. Ist es in der gelebten Praxis jedoch meist nicht. Denn die moderne Arbeitswelt stellt Menschen vor ein paradoxes Problem: Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, berufliche Wege individuell zu gestalten. Gleichzeitig war es selten so schwierig, zwischen diesen Möglichkeiten Orientierung zu finden.
Wenn Wahlfreiheit zur Orientierungsaufgabe wird
Der klassische Lebenslauf verliert seit Jahren an Verbindlichkeit. Ausbildung oder Studium, Einstieg in ein Unternehmen, kontinuierlicher Aufstieg und jahrzehntelange Beschäftigung beim gleichen Arbeitgeber sind zwar weiterhin möglich. Sie bilden jedoch längst nicht mehr die einzige gesellschaftlich akzeptierte Vorstellung einer beruflichen Laufbahn. Menschen wechseln Branchen. Sie wechseln Rollen. Sie kombinieren Selbstständigkeit und Anstellung. Sie gründen nebenberuflich. Sie kehren nach Familienphasen in andere Tätigkeitsfelder zurück. Sie entwickeln aus einem Hobby ein Geschäftsmodell.
Oder sie stellen nach zehn, zwanzig oder dreißig Jahren Berufserfahrung fest, dass Kompetenz und Zufriedenheit nicht automatisch dasselbe sind. Hinzu kommt der technologische Wandel.
Künstliche Intelligenz verändert Tätigkeitsprofile, Arbeitsprozesse und Kompetenzanforderungen. Automatisierung übernimmt Aufgaben, die lange als klassische Wissensarbeit galten. Digitale Plattformen vereinfachen Unternehmensgründungen und eröffnen neue Märkte. Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder und Geschäftsmodelle in einer Geschwindigkeit, mit der traditionelle Karriereplanung nur schwer Schritt halten kann. Für den Einzelnen bedeutet das zunächst mehr Möglichkeiten. Nur Möglichkeiten allein schaffen noch keine Orientierung. Wer theoretisch zwischen hundert Wegen wählen kann, benötigt häufig mehr Klarheit als jemand, dem lediglich drei Wege offenstehen. Die entscheidende Kompetenz der kommenden Arbeitswelt könnte deshalb weniger darin bestehen, einen einmal gewählten Karriereweg möglichst konsequent zu verfolgen. Sie könnte darin bestehen, den eigenen beruflichen Weg immer wieder neu gestalten zu können.
Berufliche Neuorientierung beginnt mit den richtigen Fragen
Viele Menschen beginnen ihre berufliche Neuorientierung zunächst mit Stellenportalen. Das ist nachvollziehbar. Allerdings nicht immer sinnvoll. Wer lediglich nach einer neuen Position sucht, bevor geklärt ist, was sich eigentlich verändern soll, riskiert einen erstaunlich vertrauten Effekt: neuer Arbeitgeber, ähnliche Aufgaben, ähnliche Unzufriedenheit. Eine wirkliche Neuorientierung beginnt deshalb häufig nicht mit einer Stellenbeschreibung, sondern mit einer Bestandsaufnahme.
Welche Tätigkeiten geben Energie?
Welche kosten dauerhaft Kraft?
Welche Fähigkeiten werden von anderen besonders geschätzt?
Welche Aufgaben fallen vergleichsweise leicht?
Welche Erfahrungen könnten in einem anderen beruflichen Zusammenhang wertvoll werden?
Welche Arbeitsbedingungen sind wichtig?
Wie viel Sicherheit wird benötigt?
Wie viel Gestaltungsspielraum?
Welche Rolle spielen Einkommen, Sinn, Status, Flexibilität oder Selbstständigkeit? Das sind keine Fragen, die sich mit einem Persönlichkeitstest in fünf Minuten abschließend beantworten lassen. Sie erfordern Reflexion. Und manchmal einen Gesprächspartner, der nicht vorgibt, die Antwort bereits zu kennen.
Coaching bedeutet nicht, Entscheidungen abzunehmen
Gutes Coaching unterscheidet sich genau an diesem Punkt von Ratschlägen. Ein Ratschlag lautet möglicherweise: „Du solltest dich selbstständig machen.“ Oder: „Bleib lieber in deinem sicheren Job.“ Oder: „In dieser Branche gibt es Zukunft.“ Solche Aussagen können gut gemeint sein. Doch sie übersehen etwas Entscheidendes: Derjenige, der den Rat gibt, muss mit den Konsequenzen meist nicht leben. Professionelle Begleitung verfolgt deshalb einen anderen Ansatz. Sie hilft dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Möglichkeiten zu strukturieren und Entscheidungen auf eine belastbarere Grundlage zu stellen. Denn Menschen bringen häufig wesentlich mehr beruflich verwertbare Fähigkeiten mit, als in ihrem aktuellen Lebenslauf sichtbar wird. Führungskompetenz kann außerhalb klassischer Managementpositionen entstehen. Organisationstalent entwickelt sich nicht nur im Projektmanagement. Verhandlungsgeschick zeigt sich nicht ausschließlich im Vertrieb. Unternehmerisches Denken beginnt nicht mit der Gründung einer GmbH. Und Kreativität ist keine Eigenschaft, die ausschließlich Designberufen vorbehalten wäre. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, diese Fähigkeiten zu erkennen, einzuordnen und mit realistischen beruflichen Möglichkeiten zu verbinden.
Der Weg zur Gründung beginnt häufig lange vor dem Businessplan
Besonders deutlich wird das beim Thema Existenzgründung. Die öffentliche Vorstellung einer Gründung beginnt häufig mit einer Idee. -> Dann folgt ein Businessplan. -> Danach Finanzierung, Marketing, Rechtsform und Markteintritt. In der Realität beginnt der Prozess oft früher. Mit einem Gedanken!
„Eigentlich könnte man …“ Mit einer Beobachtung. „Warum gibt es dafür noch keine gute Lösung?“ Oder mit einer persönlichen Situation. „Ich möchte so nicht mehr arbeiten.“ Nicht jede dieser Überlegungen sollte zu einem Unternehmen führen. Und genau das gehört ebenfalls zu einer seriösen Gründungsberatung. Unternehmertum ist keine automatisch bessere Alternative zur Anstellung. Es bringt Gestaltungsmöglich-keiten, aber ebenso Unsicherheit, Verantwortung und wirtschaftliches Risiko mit sich. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wie überrede ich möglichst viele Menschen zur Gründung? Sondern: Wie ermögliche ich Menschen, eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, ob Gründung für sie der richtige Weg sein kann?
Ein funktionierendes Gründungsökosystem braucht deshalb nicht nur Finanzierungsmöglichkeiten und Beratungsstellen für Unternehmensformalitäten. Es braucht Orte, an denen bereits die Phase davor ernst genommen wird.
Speyer und die Idee eines regionalen Gründungsnetzwerks
Genau hier wird der Besuch der Wirtschaftsförderung Speyer interessant. In ihrer Darstellung des Austauschs beschreibt die Stadt KAIAKOO® als einen wichtigen Baustein im wachsenden Speyerer Gründungsnetzwerk. Dahinter steckt eine Entwicklung, die für viele Städte relevant ist. Ein guter Gründungsstandort entsteht nicht durch eine einzelne Institution. Er entsteht durch ein Netzwerk. Wirtschaftsförderung, Kammern, Banken, Hochschulen, Unternehmen, Beratungen, Coaches, Gründerinnen und Gründer, Branchennetzwerke, Technologiepartner, Immobilienanbieter, Steuer- und Rechtsberatung. Und nicht zuletzt durch Menschen, die bereits gegründet haben und Erfahrungen weitergeben können. Je besser diese Akteure miteinander verbunden sind, desto leichter wird es für Gründungsinteressierte, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Unterstützung zu finden. Das klingt banal. Ist aber ein wesentlicher Standortfaktor. Denn Beratung existiert in Deutschland durchaus in erheblichem Umfang. Die Herausforderung besteht häufig weniger im Fehlen von Angeboten als in ihrer Unübersichtlichkeit. Wer zum ersten Mal über eine Selbstständigkeit nachdenkt, weiß naturgemäß noch nicht, welche Institution für welche Frage zuständig ist. Benötige ich zunächst Karriereberatung? Eine Gründungsberatung? Einen Steuerberater? Die IHK? Eine Fördermittelberatung. Eine Bank? Einen Rechtsanwalt? Oder möglicherweise erst einmal jemanden, mit dem ich meine Idee sortieren kann? Ein funktionierendes Netzwerk verkürzt diese Suchwege.
Sichtbarkeit ist Teil von Wirtschaftsförderung
Die Wirtschaftsförderung Speyer formuliert ihren Ansatz entsprechend: Gute Angebote vor Ort sollen sichtbar gemacht, Akteurinnen und Akteure miteinander vernetzt und der Zugang zu geeigneten Unterstützungsangeboten erleichtert werden. Dieser Aspekt ist bedeutender, als er zunächst wirkt. Denn ein Angebot, das niemand kennt, existiert praktisch nur eingeschränkt. Gerade lokale Wirtschaftsstrukturen besitzen häufig ein unterschätztes Problem: Viele wertvolle Kompetenzen sind vorhanden, aber kaum miteinander verbunden. Ein Gründer sucht einen bestimmten Ansprechpartner und findet ihn nicht. Eine erfahrene Unternehmerin würde gerne Wissen weitergeben, kennt aber keine geeignete Plattform. Eine Person mit einer Geschäftsidee weiß nicht, dass wenige Straßen weiter eine passende Beratungsstelle existiert. Ein Unternehmen sucht Spezialwissen, das in derselben Region vorhanden wäre. Netzwerke schaffen deshalb wirtschaftlichen Wert nicht nur dadurch, dass sie neue Ressourcen hervorbringen. Oft besteht ihre wichtigste Funktion darin, vorhandene Ressourcen miteinander zu verbinden. Die Stadt als Ermöglicher
Damit verändert sich auch das Selbstverständnis kommunaler Wirtschaftsförderung. Die Stadt muss nicht jede Beratungsleistung selbst anbieten. Sie kann jedoch dafür sorgen, dass die vorhandenen Akteure voneinander wissen. Sie kann Begegnungen schaffen. Sie kann Netzwerke unterstützen. Sie kann Aufmerksamkeit erzeugen. Und sie kann dafür sorgen, dass Gründerinnen und Gründer nicht an der Komplexität einer fragmentierten Beratungslandschaft scheitern. Eine moderne Wirtschaftsförderung wird damit zunehmend zum Vermittler. Nicht zwangsläufig zum Anbieter sämtlicher Lösungen, sondern zum Knotenpunkt.
Das ist insbesondere für mittelgroße Städte relevant. Denn sie können gegenüber großen Metropolregionen einen Vorteil besitzen, der gelegentlich unterschätzt wird: Überschaubare Strukturen ermöglichen kürzere Wege. Menschen kennen sich. Empfehlungen funktionieren schneller. Entscheider sind erreichbarer. Kooperationen können pragmatischer entstehen. Wenn diese Nähe aktiv genutzt wird, kann daraus ein echter Standortvorteil werden.
Warum persönliche Entwicklung Wirtschaftspolitik berührt
Auf den ersten Blick wirken Karriere-Coaching und kommunale Wirtschaftsförderung wie zwei unterschiedliche Themen. Auf den zweiten Blick hängen sie eng zusammen. Eine Region entwickelt sich wirtschaftlich durch die Menschen, die dort arbeiten, Unternehmen führen, investieren, gründen und Ideen entwickeln. Berufliche Neuorientierung ist deshalb nicht ausschließlich eine private Angelegenheit. Wenn Menschen ihre Fähigkeiten besser einsetzen können, profitieren Unternehmen. Wenn Fachkräfte neue Tätigkeitsfelder erschließen, steigt Anpassungsfähigkeit. Wenn aus Erfahrungen neue Geschäftsideen entstehen, entstehen möglicherweise Unternehmen. Wenn Gründer schneller geeignete Ansprechpartner finden, sinken unnötige Reibungsverluste. Und wenn berufliche Veränderungen nicht erst dann beginnen, wenn Menschen bereits vollkommen unzufrieden oder überfordert sind, können Übergänge bewusster gestaltet werden. Individuelle Entwicklung und regionale Wirtschaftsentwicklung sind damit zwei Perspektiven auf denselben Prozess.
Die Arbeitswelt verlangt neue Formen der Orientierung
Diese Verbindung dürfte in den kommenden Jahren wichtiger werden. Demografischer Wandel, Fachkräfteengpässe, Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern den Arbeitsmarkt gleichzeitig. Unternehmen suchen Kompetenzen, die teilweise noch vor wenigen Jahren kaum relevant waren. Beschäftigte müssen Wissen häufiger aktualisieren. Aufgaben verändern sich innerhalb bestehender Berufe. Und die Grenzen zwischen klassischer Beschäftigung, Projektarbeit, Unternehmertum und freiberuflicher Tätigkeit werden durchlässiger. Die Vorstellung, einmal eine Ausbildung oder ein Studium abzuschließen und anschließend jahrzehntelang von diesem Wissen zu leben, verliert weiter an Realitätsnähe. Berufliche Entwicklung wird also permanenter. Damit wächst jedoch auch die Bedeutung einer Fähigkeit, die in kaum einem Lehrplan systematisch vermittelt wird: sich selbst beruflich einordnen zu können.
Was kann ich? Was möchte ich lernen? Wo entsteht Nachfrage? Welche meiner Kompetenzen sind übertragbar? Was unterscheidet mich? Welche Probleme kann ich lösen? Und welche Form von Arbeit passt zu meinem Leben? Wer diese Fragen beantworten kann, besitzt nicht automatisch eine perfekte Karriereplanung. Aber eine bessere Grundlage, Veränderungen aktiv zu gestalten.
Gründung braucht Menschen, nicht nur Ideen
Bei Diskussionen über Start-ups stehen häufig Geschäftsideen im Mittelpunkt. Das ist verständlich. Doch eine gute Idee allein gründet kein Unternehmen. Menschen tun das. Menschen müssen Entscheidungen treffen, Unsicherheit ertragen, Kunden gewinnen, Rückschläge verarbeiten, Finanzen organisieren und Verantwortung übernehmen. Deshalb sollte Gründungsförderung den Menschen hinter dem Geschäftsmodell nicht ausblenden. Passt Unternehmertum zur persönlichen Situation? Welche Rolle möchte jemand im Unternehmen übernehmen? Wo liegen eigene Stärken? Welche Aufgaben sollten besser Partner oder Dienstleister übernehmen? Wie viel finanzielles Risiko ist tragbar? Welche Erwartungen bestehen an Wachstum? Soll ein skalierbares Unternehmen entstehen oder eine dauerhaft tragfähige Selbstständigkeit? Auch diese Unterschiede sind wichtig. Denn nicht jede erfolgreiche Gründung muss zum nächsten internationalen Start-up werden. Ein lokaler Dienstleistungsbetrieb kann wirtschaftlich wertvoll sein. Eine freiberufliche Tätigkeit ebenfalls. Ein spezialisiertes Beratungsunternehmen ebenso. Unternehmerische Vielfalt gehört zu einer gesunden regionalen Wirtschaftsstruktur.
Was der Besuch bei KAIAKOO® sichtbar macht
Der Austausch zwischen der Wirtschaftsförderung Speyer, Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler sowie Michael H. Böhm und Sabina Canali steht damit exemplarisch für eine größere Entwicklung. Wirtschaftsförderung wird persönlicher. Karriereentwicklung wird wirtschaftlich relevanter. Gründungsförderung beginnt früher. Und regionale Netzwerke gewinnen an Bedeutung. Die entscheidenden Ressourcen einer Stadt bestehen eben nicht ausschließlich aus Gewerbeflächen, Verkehrsanbindungen oder Förderprogrammen. Sie bestehen auch aus Menschen. Aus ihrem Wissen. Ihren Erfahrungen. Ihren Ideen. Ihren Kontakten. Und ihrer Bereitschaft, etwas Neues zu versuchen. Die Aufgabe eines funktionierenden Ökosystems besteht darin, diese Potenziale nicht dem Zufall zu überlassen.
Aus einer Idee muss ein nächster Schritt werden
Am Ende jeder beruflichen Neuorientierung steht irgendwann eine Entscheidung. Vielleicht entsteht daraus eine Bewerbung. Vielleicht eine Weiterbildung. Vielleicht ein vollkommen neuer Karriereweg. Vielleicht eine Gründung. Oder vielleicht auch die bewusste Erkenntnis, dass der bisherige Weg grundsätzlich richtig ist, aber verändert werden muss. Nicht jede Orientierung führt zum radikalen Neuanfang. Und nicht jede Gründung beginnt mit dem Wunsch, Unternehmerin oder Unternehmer zu werden. Manchmal beginnt sie schlicht mit der Suche nach einer besseren Antwort auf eine persönliche oder berufliche Frage. Entscheidend ist, diese Fragen ernst zu nehmen. Denn zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung liegt häufig weniger ein Mangel an Motivation als ein Mangel an Klarheit. Genau dort können Coaching, Beratung und ein funktionierendes Netzwerk ihren Wert entfalten.
KAIAKOO® als Teil des Speyerer Gründungsnetzwerks
Wir bei KAIAKOO® freuen uns deshalb sehr über den offenen Austausch mit der Wirtschaftsförderung Speyer und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler. Dass die Wirtschaftsförderung lokale Angebote sichtbar macht und Akteure miteinander verbindet, ist aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein für einen starken Wirtschafts- und Gründungsstandort. Denn gute berufliche Entscheidungen entstehen selten im luftleeren Raum. Sie entstehen im Austausch. Mit Menschen, die zuhören. Mit Menschen, die Erfahrungen teilen. Mit Institutionen, die Wege öffnen. Und mit Netzwerken, die aus einzelnen Kontakten echte Möglichkeiten entstehen lassen.
Unser Ansatz bei KAIAKOO® ist es, Menschen individuell dabei zu begleiten, ihre Fähigkeiten, Talente und Ziele klarer zu erkennen und daraus konkrete berufliche Perspektiven zu entwickeln. Das kann die Weiterentwicklung innerhalb einer bestehenden Karriere sein. Eine berufliche Neuorientierung. Der Wiedereinstieg. Oder der Schritt in die Selbstständigkeit. Nicht die vermeintlich perfekte Standardlösung steht dabei im Mittelpunkt. Sondern der Weg, der zum jeweiligen Menschen passt.
Möglicherweise beginnt Veränderung mit einem Gespräch
Berufliche Entscheidungen gehören zu den folgenreichsten Entscheidungen unseres Lebens. Wir verbringen einen erheblichen Teil unserer Zeit mit Arbeit. Sie beeinflusst Einkommen, Alltag, Beziehungen, Selbstbild und Zukunftsmöglichkeiten. Trotzdem werden Karriereentscheidungen erstaunlich häufig unter Zeitdruck getroffen. Weil eine Stelle frei wird. Weil eine Kündigung erfolgt. Weil ein Unternehmen umstrukturiert. Weil Unzufriedenheit irgendwann zu groß geworden ist. Es lohnt sich, früher anzusetzen.
Nicht erst dann, wenn eine Veränderung unvermeidbar erscheint. Sondern dann, wenn die ersten Fragen entstehen. Was wäre möglich, wenn ich meine berufliche Zukunft noch einmal neu denken würde? Diese Frage muss nicht sofort beantwortet werden. Aber sie kann der Anfang sein. Für einen neuen Job. Für eine neue Perspektive. Für eine Geschäftsidee. Vielleicht sogar für ein Unternehmen. Und manchmal beginnt all das mit einem einzigen guten Gespräch.
Über KAIAKOO®
KAIAKOO® begleitet Menschen bei beruflicher Neuorientierung, Karriereentwicklung und auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Im Mittelpunkt stehen individuelle Fähigkeiten, Talente, Erfahrungen und persönliche Ziele. Gemeinsam werden daraus konkrete berufliche Perspektiven und realistische nächste Schritte entwickelt.
Standort: KAIAKOO®, Bahnhofstraße 31 b, Speyer
Themen: Berufliche Neuorientierung · Karriere-Coaching · Existenzgründung · Gründungsberatung · Persönliche Entwicklung · Start-up · Selbstständigkeit · Gründungsnetzwerk Speyer
Grundlage dieses Beitrags ist die Veröffentlichung der Wirtschaftsförderung Speyer zum Besuch bei KAIAKOO® gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler. Foto laut Ausgangsveröffentlichung: Mario Daum mit Michael H. Böhm und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.