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Nebengewerbe, Hauptgewerbe od. Freiberufler?

Eine der häufigsten Fragen, die ich bei einem Existenzgründungscoaching gestellt bekomme, ist die, ob man besser ein Nebengewerbe oder ein Hauptgewerbe anmelden soll oder sich vielleicht doch lieber freiberuflich verdingen soll. Diese neue Blog Serie soll Ihnen einen grundlegenden Überblick diesbezüglich geben. Das beinhaltet die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie wesentliche steuerliche Aspekte. Auch PRO und CONTRA Punkte bei der Kleinunternehmerregelung werde ich später eingehen. Bitte beachten Sie, dass diese Ausführungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und dass Sie vor der Gründung eines Unternehmens professionelle Rechts-, Finanz- und Geschäftsberatung einholen sollten. Beginnen wir zunächst mit grundlegenden Themen.

Idee und Geschäftsplan: 

Überlegen Sie, was Ihr Geschäft tun wird, wer Ihre Kunden sein werden und wie Sie sich von der Konkurrenz abheben. Schreiben Sie einen Geschäftsplan/Businessplan, der Ihre Geschäftsidee, Ihr Geschäftsmodell, Ihre Markteinschätzung, Ihren Finanzplan und Ihre Strategien für Marketing und Vertrieb enthält.

Rechtsform wählen: 

Entscheiden Sie, welche Rechtsform Ihr Unternehmen haben soll (z.B. Einzelunternehmen, GbR, GmbH, AG). Die Wahl der Rechtsform hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art des Geschäfts, der Anzahl der Eigentümer und der Risikotoleranz.

Registrierung: 

Registrieren Sie Ihr Unternehmen bei den zuständigen Behörden. In Deutschland umfasst dies in der Regel das Gewerbeamt, das Finanzamt und gegebenenfalls das Handelsregister.

Finanzierung: 

Ermitteln Sie Ihre Anfangskosten und überlegen Sie, wie Sie diese finanzieren werden. Dies könnte durch Eigenkapital, Kredite, Zuschüsse oder eine Kombination davon geschehen.

Standortauswahl: 

Wählen Sie einen geeigneten Standort für Ihr Unternehmen, je nach Bedarf an Kundenverkehr, Zugänglichkeit, Kosten und anderen relevanten Faktoren.

Lizenzen und Genehmigungen: 

Stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Lizenzen und Genehmigungen haben, um Ihr Geschäft zu betreiben. Dies kann Branchen-spezifisch sein und erfordert oft Nachforschungen, genaue Recherche sowie Vorbereitungen.

Versicherung: 

Informieren Sie sich über die erforderlichen Versicherungen für Ihr Unternehmen, um sich gegen verschiedene Risiken abzusichern, die für Ihr Geschäftsmodell relevant sein können.

Mitarbeiter: 

Wenn Sie Mitarbeiter einstellen möchten, sollten Sie sich in jedem Fall über Ihre Pflichten als Arbeitgeber informieren. Dies beinhaltet sowohl die Lohn- und Gehaltsabrechnung, aber auch Arbeitsschutzbestimmungen und gegebenenfalls Tarifverträge.

Marketing und Vertrieb: 

Entwickeln Sie eine Strategie für die Vermarktung Ihrer Produkte oder Dienstleistungen und den Aufbau einer Kundenbasis.

Betriebliche Abläufe:

Stellen Sie sicher, dass Sie über die notwendigen Systeme verfügen, um Ihre täglichen Geschäftsabläufe effizient zu verwalten. Dies kann die Auswahl von Software für Buchhaltung, Kundenmanagement, Lagerhaltung usw. beinhalten.

Wann sollte ich mich für das Nebengewerbe entscheiden?

Die Entscheidung für ein Nebengewerbe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Einige Parameter, die dafür sprechen, dass Sie sich für ein Nebengewerbe entscheiden könnten sind:

Risikominimierung: 

Wenn Sie eine Geschäftsidee haben, die Sie verfolgen möchten, aber nicht sicher sind, ob sie erfolgreich sein wird, kann ein Nebengewerbe eine Möglichkeit sein, das Risiko zu minimieren. Sie können beispielsweise Ihr normales Beschäftigungsverhältnis beibehalten und gleichzeitig Ihr Geschäft aufbauen.

Finanzielle Sicherheit: 

Wenn Sie finanzielle Verpflichtungen haben, die Sie nicht sofort aufgeben können (wie eine Hypothek oder andere Schulden), kann ein Nebengewerbe Ihnen erlauben, zusätzliches Einkommen zu generieren, ohne Ihr Hauptjob aufzugeben.

Erprobung der Geschäftsidee: 

Sie haben eine Geschäftsidee, sind sich aber nicht sicher, ob sie auf dem Markt ankommt. In diesem Fall kann ein Nebengewerbe Ihnen erlauben, Ihre Idee zu testen und Feedback zu erhalten, bevor Sie sich voll und ganz darauf einlassen.

Langfristige Pläne: 

Falls Sie planen, Ihren Hauptjob in der Zukunft zu verlassen und Ihr eigenes Unternehmen zu gründen, kann ein Nebengewerbe eine Übergangslösung sein, die Ihnen erlaubt, Erfahrungen zu sammeln und das Geschäft langsam aufzubauen, bevor Sie den Sprung wagen. Bitte beachten Sie, dass es auch hier rechtliche Aspekte zu beachten gibt, wenn Sie ein Nebengewerbe betreiben. In Deutschland muss Ihr Arbeitgeber in der Regel informiert werden und zustimmen. Außerdem darf die Arbeitszeit im Nebengewerbe plus Hauptjob in der Regel 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten und das Nebengewerbe darf nicht mit dem Hauptjob in Konflikt stehen oder ihn beeinträchtigen. Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Es ist jedoch ebenso empfehlenswert, für Ihren individuellen Fall den professionellen Rat bei einem Steuerberater oder der zuständigen IHK / HWK einzuholen, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Im Übrigen ist eine Beratung bei Ihrer zuständigen IHK oder HWK für Sie kostenfrei – Sie sollten natürlich gut vorbereitet sein.

Die Vorteile eines Nebengewerbe

Ein Nebengewerbe zu betreiben kann für Sie zahlreiche Vorteile bieten, darunter:

Risikominderung: 

Ein Nebengewerbe bietet die Möglichkeit, eine Geschäftsidee zu testen, ohne die finanzielle Sicherheit eines Hauptjobs aufzugeben.

Zusätzliches Einkommen: 

Ein Nebengewerbe kann eine zusätzliche Einkommensquelle sein, was Ihnen helfen kann, Ihre finanziellen Ziele zu erreichen oder Schulden schneller abzuzahlen.

Flexibilität: 

Ein Nebengewerbe kann Ihnen die Flexibilität bieten, an etwas zu arbeiten, das Sie wirklich interessiert oder leidenschaftlich gerne tun, außerhalb Ihrer regulären Arbeitszeit.

Fähigkeiten und Erfahrungen: 

Mit einem Nebengewerbe können Sie neue Fähigkeiten erlernen und wertvolle Erfahrungen sammeln, die sowohl in Ihrem Hauptjob als auch in Ihrer zukünftigen Karriere nützlich sein können.

Unabhängigkeit: 

Ein Nebengewerbe kann einen ersten Schritt zur vollständigen Selbstständigkeit darstellen. Es ermöglicht Ihnen, die Herausforderungen und Belohnungen des Unternehmertums kennenzulernen, während Sie noch die Sicherheit einer regelmäßigen Anstellung haben.

Netzwerkbildung: 

Ein Nebengewerbe kann Ihnen neue Möglichkeiten zur Vernetzung bieten und Ihre Bekanntheit in Ihrer Branche erhöhen.

Potenzial für Wachstum: 

Ein erfolgreiches Nebengewerbe kann im Laufe der Zeit zu einem Vollzeitgeschäft ausgebaut werden, wenn Sie das wünschen. Bitte beachten Sie, dass ein Nebengewerbe auch Herausforderungen mit sich bringt. Es erfordert Zeit, Energie und oft auch finanzielle Investitionen. Außerdem gibt es gesetzliche Bestimmungen, die Sie einhalten müssen, wie z.B. die Informationspflicht gegenüber Ihrem Hauptarbeitgeber und die bereits erwähnte Einhaltung der Höchstarbeitszeit.

Die Nachteile eines Nebengewerbe

Trotz der zahlreichen Vorteile, die ein Nebengewerbe Ihnen bieten kann, gibt es auch einige potenzielle Nachteile zu berücksichtigen:

Zeitaufwand: 

Ein Nebengewerbe zu betreiben erfordert zusätzliche Zeit außerhalb Ihrer regulären Arbeitszeit. Dies kann Stress verursachen und wenig Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten lassen.

Arbeitsbelastung: 

Die zusätzliche Arbeitsbelastung kann zu Müdigkeit und Burnout führen, besonders wenn Ihr Hauptjob bereits anspruchsvoll ist.

Finanzielles Risiko: 

Obwohl ein Nebengewerbe ein zusätzliches Einkommen bieten kann, erfordert es oft auch eine Anfangsinvestition. Es besteht das Risiko, dass das Geschäft nicht rentabel ist und Sie Geld verlieren.

Konflikte mit dem Hauptjob: 

Einige Arbeitgeber könnten Einschränkungen für Nebentätigkeiten haben, insbesondere wenn sie als Konkurrenz angesehen werden könnten, oder die Befürchtung haben, dass dies zu einem Interessens-konflikt führt. Es ist daher wichtig, dass Sie die Richtlinien Ihres Arbeitgebers kennen und einhalten.

Steuerliche Auswirkungen: 

Das zusätzliche Einkommen aus einem Nebengewerbe kann für Sie zu einer höheren Steuerlast führen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich darum kümmern, die steuerlichen Auswirkungen zu verstehen und sich ggf. den professionellen Rat eines Steuerberaters einholen.

Work-Life-Balance: 

Ein Nebengewerbe kann Ihre Work-Life-Balance durchaus beeinträchtigen. So kann es bspw. schwierig sein, genügend Zeit für Familie, Freunde und persönliche Interessen zu finden, wenn Sie sowohl ein Haupt- als auch ein Nebengewerbe betreiben.

Verwaltungsaufwand: 

Mit einem Nebengewerbe gehen zusätzliche Verwaltungsaufgaben einher, wie z.B. Buchführung, Steuererklärungen, Anmeldungen und Genehmigungen. Dies kann zeitaufwendig sein und erfordert eine gewisse Sorgfalt. Diese Nachteile bedeuten nicht, dass Sie kein Nebengewerbe gründen sollten, aber es ist wichtig, sich dieser Nachteile bewusst zu sein und dass Sie entsprechende Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken einplanen.

Wesentliche steuerliche Aspekte im Nebengewerbe

Wenn Sie ein Nebengewerbe in Deutschland gründen, gibt es mehrere steuerliche Aspekte, die Sie unbedingt beachten sollten:

Einkommensteuer: 

Einnahmen aus Ihrem Nebengewerbe müssen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Diese Einkünfte werden dann zusammen mit Ihrem sonstigen Einkommen besteuert. Die Höhe der Steuer hängt dann natürlich von Ihrem individuellen Steuersatz ab.

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer): 

Wenn Ihr Nebengewerbe einen Jahresumsatz von mehr als 22.000 Euro im ersten Jahr und 50.000 Euro im Folgejahr erzielt, müssen Sie Umsatzsteuer erheben und an das Finanzamt abführen. Andernfalls können Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und sind von der Umsatzsteuer befreit. Weiterführende Informationen zur Kleinunternehmerregelung finden Sie hier:

Gewerbesteuer: 

In Deutschland wird Gewerbesteuer erhoben, wenn der Gewinn Ihres Unternehmens den Freibetrag von 24.500 Euro (Stand 2023) übersteigt. Die Höhe der Gewerbesteuer variiert je nach Gemeinde und Hebesatz.

Sozialversicherungsbeiträge: 

Wenn Ihr Nebengewerbe als hauptberuflich selbständige Tätigkeit eingestuft wird, müssen Sie möglicherweise Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und eventuell Unfallversicherung) entrichten. Ob Ihr Nebengewerbe als haupt- oder nebenberuflich eingestuft wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Arbeitszeit und dem Einkommen.

Buchführung und Belegpflicht: 

Sie sind verpflichtet, genaue Aufzeichnungen über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu führen. In einigen Fällen müssen Sie evtl. eine doppelte Buchführung führen, aber in den meisten Fällen reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) aus. Es ist daher wie bereits angesprochen sehr wichtig, dass Sie die steuerlichen Aspekte Ihres Nebengewerbes verstehen. Bei Unsicherheiten sollten Sie einen Steuerberater oder einen Fachmann für Unternehmensgründung konsultieren. Im kommenden Blogbeitrag beschreiben wir, wann es sich sinnvoll ist, sich für das Hauptgewerbe zu entscheiden.

Bildquelle: Pixabay, Texte: Recherchiert unter Zuhilfenahme KI basierter Informationen

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Etymologisch ist KAIAKOO® aus der Maori Sprache (regulär kaiako) abgeleitet und bedeutet Trainer, Lehrer oder Meister.

Das zweite O in KAIAKOO® steht indes für die Extrameile, die ich mit ihnen gemeinsam gehe, damit Sie kurzfristig gewünschte Ergebnisse erzielen. – Michael H. Böhm

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